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12.01.2009

Zahlen und Fakten aus der Fahrradbranche

Branchengespräch zum Start der 17. Internationalen Fahrradmesse EUROBIKE – Mehr als 3 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland mit Fahrrädern und Zubehör – Steigende Umsätze im Fahrradhandel: Das Fahrrad ist im Jahr 2008 ein gefragtes Produkt bei den Kunden
Friedrichshafen – „Tankst du noch, oder radelst du schon?“ „Spar Sprit, fahr Rad.“ „Immer mehr satteln um.“ Das Fahrrad sorgt für gute Schlagzeilen und hat „keine natürliche Feinde mehr“. Immer mehr Bundesbürger steigen auf ihrem Weg zur Arbeit und in der Freizeit aufs Rad um. Hohe Benzinpreise und ein deutlich gestiegenes Umweltbewusstsein sorgen für Zuwächse in der Fahrradbranche. Die Verbände gehen im aktuell laufenden Jahr 2008 von einer leichten Steigerung aus, mittelfristig rechnen die Experten mit weiteren Zuwächsen bei Fahrrädern, Teilen, Komponenten und Zubehör.

„Nachdem der Konsum insgesamt in Deutschland keine Belebung zeigt, ist der Fahrradabsatz im ersten halben Jahr 2008 durchaus als erfolgreich einzustufen“, zog Christoph Goebel, Vorsitzender des Zweirad Groß- und Außenhandelsverbandes (ZGA) und geschäftsführender Gesellschafter des Fahrrad- und Zubehörgroßhändlers Grofa GmbH, eine positive Bilanz. Für den europäischen und speziell für den deutschen Fahrradmarkt sehen Mathias Seidler, Geschäftsführer von Derby Cycle, dem größten deutschen Fahrradhersteller und Andreas Lübeck, externer Berater des Verbundes selbstverwalteter Fahrradbetriebe (VSF) derzeit eine ausgesprochen positive Entwicklung. „Wir rechnen im Jahr 2008 mit einem Umsatzplus,“ heißt es unisono bei den Branchenexperten. Einen Tag vor Beginn der Internationalen Fahrradmesse EUROBIKE (4. bis 7. September 2008) präsentierten die Verbandssprecher und Firmenvertreter aus der Fahrrad-Industrie in Friedrichshafen die aktuellen Zahlen aus der Branche.

2008: mehr Neuräder

Der Zweirad- Groß und Außenhandels-Verband (ZGA) berichtet von einer Inlandsanlieferung von insgesamt 2,842 Mio. Fahrrädern bis Ende Juli 2008. Damit konnte das Vorjahresergebnis um ein Prozent übertroffen werden. Im Vorjahr betrug die Inlandsanlieferung, die sich aus der Produktion zuzüglich den Importen abzüglich der Exporte ergibt, noch 2,813 Mio. Fahrräder per Ende Juni.



Die Produktion konnte von 1,503 Mio. Fahrrädern auf 1,658 Mio. gesteigert werden. Dabei ging diese Produktionserhöhung von mehr als 150.000 Stück komplett in den Export, der wesentliche Zuwächse erreichte. Exportiert wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 590.000 Fahrräder, gegenüber 328.000 im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.

Der Import von Fahrrädern im ersten Halbjahr 2008 konnte von 1,638 Mio. Stück im Jahr 2007 auf 1,774 Mio. eingeführte Fahrräder im Jahr 2008 gesteigert werden, was einem Zuwachs von 8,3 Prozent entspricht.

Insgesamt mehr als 3 Mrd. Euro Umsatz

Nach Angaben des Verbandes setzt die Branche 1,7 Mrd. Euro mit Rädern und noch einmal 1,45 Mrd. Euro mit Reparaturen, Zubehör und Ersatzteilen um – insgesamt ein Markt mit einem Volumen von mehr als drei Milliarden Euro. Freude macht der Zweirad-Teile- und Zubehör-Industrie der gute Absatz insbesondere im After-Sales-Bereich. Hier macht sich die stärkere Fahrradnutzung in den ersten sechs Monaten des Jahres deutlich bemerkbar. Auch wenn konkrete Zahlen für dieses Marktsegment noch nicht vorliegen, so haben die Gespräche mit Firmen, die im Teile- und Zubehörsegment tätig sind, diese Marktbeobachtung voll bestätigt. Mit dem gesteigerten Fahrrad-Teile- und Zubehörabsatz geht sicher auch ein höherer Werkstattumsatz beim Handel einher.

Allgemeine Zahlen

Die deutsche Fahrrad-Industrie ist europaweit betrachtet in einer starken Position. Die Branche hat zusammen mit dem Handel rund 30.000 Beschäftigte. Der Umsatz mit Fahrrädern lag 2006 bei 1,548 und 2007 bei 1,686 Milliarden Euro. Die führende Import-Nation in Deutschland ist Taiwan, Polen folgt auf Rang zwei, Thailand verdrängte Vietnam und liegt auf dem dritten Platz. Insgesamt spricht der ZGA im Jahr 2007 von 4,58 Millionen Fahrrädern, die in der sogenannten Inlandsanlieferung in Deutschland auf den Markt kamen. 2,4 Mio. Fahrräder stammen aus deutscher Fahrradproduktion. 2,75 Mio. kommen aus dem Import und knapp 600.000 Fahrräder gingen aus deutscher Produktion in den Export. Die einheimische Produktion ist mit einem Anteil von 40 Prozent an der Inlandsanlieferung beteiligt, auf den Import entfallen 60 Prozent.

Gefragte Radtypen

Besonders gut im Rennen liegen Trekking-Räder, die mit 32 Prozent die Verkaufsliste anführen, Cityräder und Mountainbikes folgen auf den weiteren Plätzen. Stark im Kommen ist das Elektrobike, das in vielen Ländern Europas starke Zuwachsraten verzeichnet. Der Verband rechnet mit rund 100.000 verkauften E-Bikes.

Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnet der Fachhandel: Immer mehr Fahrräder werden bei den Spezialisten nachgefragt, der Anteil liegt bei 59 Prozent. Nach dem absoluten Wert werden im Fachhandel sogar 78 Prozent der Räder verkauft. Die so genannte „grüne Wiese“ (SB-Warenhäuser, Baumärkte, Discounter) musste dagegen Rückgänge hinnehmen. Die Durchschnittspreise über alle Vertriebswege gesehen lagen bei etwa 370 Euro pro Rad. Im Fachhandel hingegen wurden rund 440 Euro pro Rad erlöst. „Für den Fachhandel sehen wir auch in Zukunft steigende Durchschnittserlöse“, stellte Christoph Goebel fest.

68 Millionen Räder

In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Mountainbikes, Stadt- und Sporträder in Deutschland von 62 Mio. Fahrrädern auf aktuell 68 Mio. 81 Prozent aller privaten Haushalte besitzen ein Fahrrad. Gegenüber dem Jahr 2000 sind das zehn Prozent mehr.

EUROBIKE 2008 mit neuem Rekord

Die 17. Internationale Fahrradfachmesse EUROBIKE in Friedrichshafen ist vom 4. bis 7. September 2008 Treffpunkt der weltweiten Branche. Mit 936 Ausstellern, davon 71 Prozent aus dem Ausland, verzeichnet die Fachmesse einen neuen Rekord. Publikumstag ist am Sonntag, 7. September 2008. Vom 4. bis 6. September ist die Messe nur für den Fachhandel geöffnet. Weitere Informationen zur EUROBIKE und zum Demo Day unter www.eurobike-demo-day.de und www.eurobike-exhibition.de .




Firma: Messe Friedrichshafen GmbH

Kontakt-Informationen:
Stadt: Friedrichshafen
Telefon: 07541/7080


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