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14.01.2009

Wohnen, wie andere Urlaub machen

Nie wieder Rasen mähen: Schwimmendes Haus in der neuen Seenlandschaft / Beach & Boat präsentiert den neuen Wohn-Trend Was in den Niederlanden, in nordischen und asiatischen Ländern längst selbstverständlich ist, kommt in Deutschland gerade erst in Mode: das Wohnen auf dem Wasser. Gab es bisher nur vereinzelte Wohnboote, zum Beispiel bei Hamburg oder Berlin, entstehen durch die neuen Seenlandschaften in den ehemaligen mitteldeutschen Braunkohlerevieren derzeit attraktive Möglichkeiten zum "Leben auf dem Wasser". Firmen wie die mitschiffs Werft Berlin entwickeln Prototypen von schwimmenden Häusern, die zum Dauergebrauch auf dem Wasser geeignet sind. Auf der Leipziger Wassersportmesse Beach & Boat (12. bis 15. Februar 2009) wird der neue Trend präsentiert.

"Alles begann damit, dass ein Mann und eine Frau, die hier in Booten auf dem Wasser lebten, ein Paar wurden und gemeinsam in etwas Größeres umziehen wollten", erzählt Astrid Metzner von der mitschiffs Werft in Berlin-Köpenick. "Sie fragten uns, ob wir ein schwimmendes Haus für sie entwerfen könnten." Die Werft hatte selbst schon mit dem Gedanken gespielt und baute einen Prototyp. Ende November 2008 zog das Paar am Liegeplatz Tiergarten ein, lebt jetzt auf 105 Quadratmetern Wohnfläche und kann im nächsten Sommer auf seiner 85 Quadratmeter großen Terrasse das Spiel von Wind und Wellen genießen.

Das lichtdurchflutete Haus hat breite Schiebetüren, so dass sich die Raumgrößen variabel gestalten lassen. Acht modular angebrachte Schwimmkörper sorgen für den nötigen Auftrieb und können einzeln vor Ort gewartet werden, so dass das Haus seinen Liegeplatz zu Revisionen nicht verlassen muss. "Zehn oder auch 20 Jahre lang muss sicher nichts gemacht werden, später fällt mal eine neue Konservierung an", sagt Astrid Metzner.

Alle Berliner Medien und sogar das französische Fernsehen berichteten vom Einzug des Paares in sein schwimmendes Haus. Laut Astrid Metzner gibt es seither immer neue Anfragen von Interessenten. Die hofft man auch zur Beach & Boat in Leipzig zu treffen und mit Fotos, Videos und Haus-Modellen für den Luxus des Wasserwohnens zu begeistern.



"Problem sind die fehlenden Liegeplätze"

"Das Problem sind allerdings nicht die Häuser, sondern die fehlenden Liegeplätze", weiß Metzner. "In Berlin werden keine neuen Flächen dafür ausgewiesen, da die schwimmenden Häuser dem Schiffsverkehr oder Wassergrundstücksbesitzern nicht im Weg sein dürfen. Wir setzen deshalb unsere Hoffnungen auf die neuen mitteldeutschen Seenlandschaften. Dort wird es genug Platz geben, um im größeren Stil auf dem Wasser zu wohnen", sagt die Expertin.

Gleicher Meinung ist Thomas Wilde, Geschäftsführer der Berliner Firma steeltec 37. Der Unternehmer rechnet damit, dass schon bald Wasser-Communities entstehen, und plant einen ganzen Wohnpark mit schwimmenden Häusern. "Wir haben für das Projekt den alten Ortsnamen 'Scado' gewählt - als Erinnerung an eine Gemeinde, die der Braunkohle weichen musste", erläutert steeltec-Sprecherin Magdalena Nitz. Nach der kürzlich erteilten Genehmigung können bis zu 20 Häuser im Wasser-Wohnpark Scado am Geierswalder See entstehen. Im Januar 2009 soll die Vormontage beginnen, im Mai werden die Modulhäuser auf dem Wasser zusammengebaut. Als Zielgruppe hat steeltec nicht nur junge Wassersportfans im Blick, sondern Kreative und Freiberufler, die Wohnen, Leben, Arbeiten und Erholen direkt verbinden wollen.

Designpreis-gekrönte Häuser als Lifestyle-Produkt

Zu dieser Zielgruppe passt die designorientierte Gestaltung der Häuser aus Stahl und Glas, für die Thomas Wilde einen Design- und einen Innovationspreis erhielt. "Wir verkaufen nicht nur Häuser, sondern ein Lifestyle-Produkt", betont er. Die bis zu 180 Quadratmeter große Wohnfläche auf zwei Etagen ist durch nichttragende Wände flexibel aufteilbar. Dazu kommt eine 35 Quadratmeter große Dachterrasse. Einzelkomponenten und Ausstattungsvarianten sowie unterschiedliche Energiespar-Konzepte wählt man wie beim Autokauf aus einem Bestellkatalog.

Die Häuser, von denen es bereits einen Prototypen an Land gibt, schwimmen auf einem Stahlponton, sind an vier Stellen verankert und über einen langen Steg zu erreichen. Für Motorboot oder Segelyacht steht eine eigene Steganlage bereit. Der Preis für das Leben wie im Urlaub beträgt ab 350.000 Euro. Zum Vergleich: In Leipzig kosten frei stehende Eigenheime zwischen 110.000 und 350.000 Euro.

"Dafür hat man auf dem Wasser nicht nur allen Komfort wie an Land, sondern ein einzigartiges Lebensgefühl", betont Magdalena Nitz und ergänzt mit einem Augenzwinkern: "Nur auf den Rasen rund ums Häuschen muss man verzichten - dafür braucht man nie wieder zu mähen!" Und mit dem Großeinkauf kann man nicht direkt vors Haus fahren, sondern muss am Steg auf einen Rollwagen umladen. Auch Parkplatz und Briefkasten sind an Land; Ver- und Entsorgungsleitungen verlaufen unter dem Steg.

Beach & Boat zeigt Potenzial des Wohnens auf dem Wasser

Auf der Beach & Boat in Leipzig wird steeltec seine Designhäuser und das Wohnpark-Projekt detailliert auf dem messebegleitenden Seenland-Kongress präsentieren. Dass man die Menschen erst aufwändig dafür begeistern muss, glaubt Magdalena Nitz allerdings nicht. "Man sehnt sich nach dem Wasser. In Cafés oder Restaurants sind immer zuerst die Plätze besetzt, die am dichtesten am Wasser liegen", hat sie beobachtet. Wie stark der neue Markt allerdings wachsen kann, hängt von der Aufgeschlossenheit der Behörden ab, gibt Nitz zu bedenken. "Naturschutz, Wasserbehörde, Baubehörde - alle haben ein Wörtchen mitzureden. Deshalb hoffe ich, dass auch sie auf der Beach & Boat in Leipzig zu finden sind. Dort können sie sich überzeugen, wie viel Potenzial in der Idee vom Wohnen und Leben auf dem Wasser steckt und welche Möglichkeiten sich hier für Investoren und mittelständische Firmen öffnen.“





Firma: Leipziger Messe GmbH

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Stadt: Leipzig
Telefon: 0341/6780


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